Jordanien

Gerasa – Pompeji des Ostens

Gerasa-Artemistempel

Das historische Gerasa, gern auch als „Pompeji des Ostens“ bezeichnet, zählt zu Jordaniens Hauptattraktionen. Die von einem Erdbeben zerstörte Stadt war verlassen im Wüstensand versunken und erst zu Beginn des letzten Jahrhunderts wieder freigelegt worden.

Gerasa, oder auch Jerash, ist groß und vergleichsweise gut erhalten. Für die Besichtigung lohnt es sich ein wenig mehr Zeit aufzuwenden, noch klüger ist es die Stadt mit einem Guide zu besuchen. Wie in jeder antiken Ruinenstadt sind auch hier die wirklich spannenden Details im Alleingang nur sehr schwer zu finden.

Gerasa-Hadrianstor
Hadrianstor

Vom Parkplatz kommend betritt man die Ruinenstadt durch das Hadrianstor, das durch seine Größe beeindruckt und schön restauriert ist. Gleich links hinter dem Tor liegt das Hippodrom. Viel zu sehen ist nicht mehr, ein kurzer Blick genügt um sich die Größe der Arena und der in ihr stattfindenden Spektakel vorstellen zu können.

Die Straße führt weiter geradeaus zum Südtor, das ähnlich, aber nicht ganz so gut erhalten ist und an dem die Tour oft in ihrem ersten Stau endet. Hier am Visitor-Center gibt es verschiedene Geschäfte und ein paar Bänke im Schatten.

Jerash-Blick zum Südtor
Südtor

Wer noch kein Wasser im Gepäck hat sollte sich dringend jetzt damit eindecken. Die Besichtigung von Gerasa ist nicht nur spannend, sondern auch anstrengend. Die Stadt ist groß, zwischen den Ruinen gibt es kaum Schatten und keinerlei Möglichkeit Getränke zu erwerben. Die Chance einen Moment zu sitzen und in Ruhe zu schauen findet sich nur auf den Stufen der beiden Theater.

Die eigentliche Besichtigungstour startet am ovalen Forum, das in die fast endlos wirkenden Kollonaden der „Cardo“ genannten Hauptstraße mündet.

Wer es geschafft hat Gerasa morgens vor dem Sturm der Touristengruppen und Schulklassen zu erreichen hat im milden Licht der noch etwas tiefer stehenden Sonne die Chance wunderschöne Fotos vom Forum und der Säulenreihe der Kollonaden zu machen.

Forum Jerash
Blick vom Forum zum Tempel

Details wie die tiefen Spuren der Wagenräder im Boden, Säulenkapitelle und die vielen kleinen Entdeckungen unterwegs lassen sich selbstverständlich immer fotografisch in Szene setzen.

Wagenspuren in Gerasa
Wagenspuren

Zu finden sind sie in reicher Zahl. Im Nympheum zum Beispel gibt es Rillen im Boden die das Ausrutschen verhindern sollten, Wasserspeier oder eine unscheinbare Vertiefung im Stein am Boden vor dem Brunnen, die einst als Hundetränke diente.

Das Nordtheater am Ende des Cargo schließt den Bummel durch Gerasas Hauptstraße ab.

Der Zugang zum Theater führt durch einen schmalen Gang, an dessen Ende man durch eine winzige Öffnung hinaus auf die Theaterränge tritt.

Es braucht einen Moment bis sich die Augen aus dem Dunkel an die gleißende Sonne gewöhnen, doch dann ist der Blick hinunter auf die Bühne grandios. Nur wer mit Höhenangst zu kämpfen hat wird den unerwarteten Zugang zum Theater auf den obersten Rängen nicht so recht zu schätzen wissen.

Gerasa-Nordtheater
Nordtheater

Für alle anderen ist die Arena ein wunderbarer Platz für eine Pause. Auf den Stufen sitzen, etwas trinken, ins Theaterrund schauen und sich vorstellen wie es wohl gewesen sein mag, damals, als das Theater vollbesetzt und auf der Bühne Action war.

Frisch ausgeruht folgen wir nun dem ansteigenden Weg hinauf zum Artemistempel.

Gerasa-Artemistempel
Artemistempel

Spätestens an der Treppe zum Heiligtum sollte man für einen Moment innehalten und die allem Verfall zum Trotz beeindruckende Tempelanlage auf sich wirken lassen. Ist ein Guide zugegen, ganz gleich ob der eigene oder der einer Reisegruppe, wird dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit eine der Säulen zum Schwingen bringen.

32 Säulen waren es einst, 11 davon stehen dank erdbebensicherer Bauweise seit 2000 Jahren schon aufrecht.

Der Rückweg vom Artemistempel hinunter zum Südtheater bietet herrliche Ausblicke auf die Reste der alten Stadt. Von hier oben hat man eine wunderbare Sicht und kann Gerasas Ausdehnung gut erkennen.

Blick über die Ruinen von Jerash
Blick über die Ruinen

Am Ende des Weges wartet als letztes Besichtigungshighlight das Südtheater. Mit seinen 3000 Plätzen ein beachtlicher Bau. Vollständig rekonstruiert dient es heute wieder als perfekte Kulisse für Theater- und Konzertaufführungen. Wer mag, setzt sich auf die Ränge, lässt den Blick schweifen und die vielen Eindrücke des Tages sacken.

Gerasa Blick auf das Nympheum
Nympheum
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Autor

Hallo, ich bin Katrin. Ich lebe am Meer und fühle mich mit den Füßen im Sand am Wohlsten. Rauschende Wellen, Wind, das wunderbare Licht und die über dem Wasser ziehenden Wolken begeistern mich immer aufs Neue. Ich liebe das Leben so wie es ist. Mein immer wiederkehrendes Fernweh kuriere ich erfolgreich durch Kofferpacken.