Rügen

Hiddensee-dat söte Länniken

Ja, süß ist sie wirklich, die kleine Insel, die wie ein Seepferdchen im Bodden vor Rügen schwimmt. Grenzenlose Ruhe an endlosen Stränden, Wanderungen im hügeligen Norden, Fahrradtouren quer über die Insel am Tag und traumhafte Sonnenuntergänge am Abend. Wer seine Ferien auf Hiddensee plant, bucht inclusive Erholungsgarantie.

Schon die Anreise ist besonders. Bis Rügen quälen wir uns in der Anreise-Autokolonne, fädeln mühsam in eine der letzten Lücken auf dem Parkplatz in Schapprode ein um dann mit unserem Koffer zu Fuß zur Fähre zu schlendern.

Hafenblick auf Hiddensee
Hafenblick

Ab hier ist Urlaub. Gemütlich tuckern wir über das Wasser, winken den Passagieren auf der entgegenkommenden Fähre zu und freuen uns, auf dem „Hinweg“ zu sein.

Hiddensee begrüßt uns mit Sonnenschein, am Hafen stehen in Reih und Glied die Transportkarren der Hotels und Pensionen, säuberlich nummeriert und beschriftet.

Die Insel ist autofrei, nur die Polizei und der Inselarzt dürfen mit ihren E-Autos etwas schneller unterwegs sein. Alle anderen fahren Rad. Wir laden unser Gepäck in den Handkarren der Pension, mieten auf dem Weg unsere Fahrräder und starten gleich zur ersten Erkundungstour.

Karrenparkplatz am Hafen
Karrenparkplatz

Hiddensee ist gut 17 km lang, im Süden angenehm flach und damit auch für ungeübte Radler bestens geeignet. Unsere erste Tagestour führt uns von Vitte über Neuendorf hinunter zum Gellenleuchtfeuer. Dann ist für die Fahrräder Schluss, wer gern weiter südlich vordringen möchte wandert am Strand bis zum Naturschutzgebiet Gellen. Wir sind fast allein am Strand, die Sonne glitzert auf dem Wasser, es ist windstill und die Wellen plätschern leise über unsere nackten Füße. Erholung pur.

Strand am Gellen
Gellenstrand

Auf dem Rückweg halten wir in Neuendorf an und bummeln durch das Fischereimuseum im „Lütt Partie“. Liebevoll sind hier alte Fotografien und Geräte zusammengetragen. Das Museum ist kostenfrei zu besichtigen und finanziert sich aus Spenden. Wir werfen unseren selbst festgelegten Obulus in die Spendenbox und bummeln hinüber zur „Grote Partie“, den zweiten Netzschuppen, in dem sich heute ein Café befindet.

Keine leichte Aufgabe zwischen all den selbstgebackenen Köstlichkeiten zu entscheiden. Am Ende genießen wir die für Hiddensee so typische Sanddorntorte, die es überall gibt und die überall anders lecker schmeckt.

Auch die Entscheidung für das Abendprogramm fällt alles andere als leicht. Puppenbühne, Inselkino, Kirchenkonzert oder einfach nur die Romantik der über dem Meer versinkenden Sonne?

Seebühne Hiddensee
Puppenbühne

Wir entscheiden uns für die Seebühne, ein ganz zauberhaftes Einmann-Theater, voller Kreativität und verstecktem Witz, aufgeführt mit Herzblut und ganz viel Liebe zum Detail.

Der nächste Tag gehört dem Inselnorden mit Kloster und Dornbusch. Natürlich brauchen wir nach dem kurzen Stück von Vitte bis Kloster nicht wirklich eine Pause, aber ein Tee am Hafenkiosk ist einfach ein Urlaubserlebnis der besonderen Art.

Leuchtturm Dornbusch
Leuchtturm Dornbusch

„Moin“ erwiedert der Wirt unseren Gruß, die Bestellung nimmt er dann mit schweigendem Nicken zur Kenntnis. So ist das hier auf der Insel, das Leben ist ein ruhiger Fluss das nicht vieler Worte bedarf.

Die Gelassenheit überträgt sich und so sitzen wir schweigend auf der Bank, beobachten das bunte Treiben am Hafen und sind ein bisschen erstaunt wie leicht es ist völlig entspannt zu sein.

Wenig später geht es mit dem Rad bergauf. Der Dornbusch mit dem Leuchtturm ist unser Ziel. Wieder legen wir das letzte Stück zu Fuß zurück, vorbei an den unzähligen Ginsterbüschen die im Frühjahr in strahlendem Gelb ihren betörenden Duft verströmen.

Oben angekommen werden wir mit einem wunderbaren Blick über die Insel belohnt. An klaren Tagen soll man hier bis zur Insel Mon schauen können. Dafür ist es heute zu diesig, was uns nicht stört. Auf Hiddensee ist ohnehin der Weg das Ziel.

Blick über den Dornbusch
Dornbusch

Wir wandern weiter, zusammen mit vielen anderen Inselurlaubern die ebenfalls Ruhe und die grandiosen Ausblicke über das Steilufer aufs Meer suchen. Zum Glück ist das Gelände weitläufig. So findet jeder einen Weg um sich fast allein zu fühlen.

Der Höhepunkt des Naturerlebens auf Hiddensee sind unsere Spaziergänge durch die Heide und das Bessin. Das Bessin ist Naturschutzgebiet und nur zu Fuß auf vorgeschriebeben Wegen zu betreten. Bis zur Beobachtungshütte brauchen wir mehr als eine Stunde, auch weil wir anfangs versuchen die vielen Schafköttel zu „umtanzen“. Ein aussichtsloses Unterfangen, wer Natur will bekommt sie hier in allen Facetten.

Heide auf Hiddensee
Heide

Doch nicht nur hier, auf ganz Hiddensee scheint sich die Tierwelt weniger stören zu lassen als anderswo. Rehe grasen angstfrei auf den Wiesen, Schwalben brüten unter Dachüberständen und Reiher stolzieren gravitätisch am Deich entlang.

Zurück in Kloster stürzen wir uns ins pralle Urlaubsleben. Kleine Geschäfte mit Souvenirs aller Art, Buchhandlungen und Galerien wollen durchstöbert sein.

Dazu schaffen Cafés mit unwiderstehlichen Kuchen aus der Hausbäckerei und natürlich der zum Inselurlaub gehörende Fisch am Hafen die perfekte Atmosphäre. Wir schlendern umher, bestaunen die alten und liebevoll gepflegten Villen und träumen uns ein bisschen hinein, in die gute alte Zeit in der man ganze Sommer auf Hiddensee verbrachte.

Hafen in Vitte
Hafenidyll

Unser Sommerurlaub auf „dat söte Länniken“ endet schon nach wenigen Tagen. Wir parken den Kofferkarren am Hafen an seinem Platz, knipsen die letzten Möwenfotos um dann etwas wehmütig den Passagieren der entgegenkommenden Fähre zuzuwinken.

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Ausflugstipps für Hiddensee

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Leuchtturm Dornbusch

Nur wenige Besucher verlassen Hiddensee ohne ein Foto vom Leuchtturm Dornbusch, dem wohl markantesten Motiv auf der Insel. Von Kloster aus ist der Turm über den Hauptweg in etwa einer halben Stunde zu erreichen. Idyllischer ist der längere Weg über Grieben, durch Wiesen und Ginsterbüsche. Von oben hast du einen wunderbaren Rundblick über Hiddensee und hinüber zur Insel Rügen.

Bessin

Die Halbinsel im Norden Hiddensees ist Naturschutz- und Vogelbrutgebiet, weswegen nur der ausgewiesene Weg betreten werden darf. Die Wanderung durch die wilden Wiesen zur Beobachtungshütte im Süden erfordert etwas Zeit. Es lohnt sich hin und wieder stehen zu bleiben, dem Vogelgezwitscher und Insektengebrumm zu lauschen und den Blick über „nichts als Wiese“ schweifen zu lassen.

Inselkirche Kloster

Sie duckt sich ein wenig unter den hohen Bäumen, die kleine, liebevoll ausgemalte Kirche in Kloster. Es ist schön den Urlaubstag mit einem Konzert ausklingen zu lassen und auch der Friedhof mit den Gräbern berühmter Wahl-Insulaner ist einen Spaziergang wert.

Fischereimuseum

„Lütt Partie“ steht am Giebel des Museums geschrieben, ein Hinweis auf den früheren Zweck des Gebäudes. Fischernetze und allerlei Gerät wurde im kleinen Reusenschuppen einst verwahrt. Heute sind diese als Ausstellungsstücke drapiert. Die Fischer Hiddensees betreiben das kleine Museum ehrenamtlich und erklären auf den Führungen alles rund um die Fischerei und die Geschichte der Insel. Bring etwas Zeit und Interesse mit, und du wirst mit Geschichten aus der Vergangenheit und Gegenwart belohnt.

Fischereimuseum Lütt Partie
Fischereimuseum

Fisch am Hafen essen

Zu einem Inselurlaub gehört frischer Fisch, direkt vom Kutter oder an der Hafenbude erworben einfach dazu. Ganz gleich ob im Hafen von Kloster, Vitte oder Neuendorf, ob gebraten, geräuchert oder im Brötchen – der Blick auf bunte Fischerboote, weiße Jachten und das blaue Meer ist immer inclusive.

Blaue Scheune

Sie trägt ihren Namen zu Recht. Weithin leuchtet das kräftige Blau des alten Rauchhauses, in dem viele Künstler lebten und das heute eine Galerie beherbergt. Der liebevoll verwilderte Garten rund um das Haus reizt immer wieder die Kamera zu zücken um die unzähligen Motive festzuhalten.

Nationalparkhaus Hiddensee

Der Nationalpark mit seinen Inseln, Halbinseln, der Ostsee und dem Bodden ist Heimat zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. Zwischen Vitte und Kloster erfährst du alles über die Natur der Vorpommerschen Boddenlandschaft. Auf dem Erlebnispfad mit Barfuß- und Balancierstrecken und der Vogelbeobachtungshütte hat die ganze Familie Spaß.

Strandbummel, Hühnergötter, Bernstein

Erholung am Meer ist auf der ganzen Insel möglich, vom Gellen bis nach Kloster könnte man den Strandspaziergang ausdehnen. In der Sonne liegen, baden, Muscheln, Hühnergötter und mit Glück Bernstein finden, Strandburgen bauen, den Möwen lauschen, im Sand sitzen oder in die Sonne blinzeln – am Strand findet jeder sein persönliches Urlaubsglück.

Strandimpression auf Hiddensee
Strandimpression

Leuchtfeuer Gellen

Klein ist er, und zwischen den Kiefern des Küstenwaldes fast ein wenig versteckt. Vom Leuchtturm Gellen aus führt der Weg am Strand entlang bis zum Süden der Insel, der Naturschutzgebiet und nicht zugänglich ist. Der Strand von Hiddensee ist selten überlaufen, doch hier unten ist man besonders allein. Der ideale Ort um Ruhe zu genießen und Energie zu tanken.

Homunkulus Figurensammlung

In einem schlichten Holzbau sind sie zu Hause, die Akteure der Hiddenseer Puppenbühne. Eine Wunderwelt, unmöglich all die Details bei nur einem Besuch zu erfassen. Die Figuren der Weltliteratur hängen hier in trauter Gemeinschaft nebeneinander und wecken Erinnerungen an alte Geschichten und die Bücher der Kindheit.

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Autor

Hallo, ich bin Katrin. Ich lebe am Meer und fühle mich mit den Füßen im Sand am Wohlsten. Rauschende Wellen, Wind, das wunderbare Licht und die über dem Wasser ziehenden Wolken begeistern mich immer aufs Neue. Ich liebe das Leben so wie es ist. Mein immer wiederkehrendes Fernweh kuriere ich erfolgreich durch Kofferpacken.