Polen

Kolberg – ein Streifzug durch Polens bekannteste Kurstadt

Kolberg Blick auf den Leuchtturm

Bei unserer Anreise zeigt sich das Kur- und Ostseebad Kolberg von seiner weniger einladenden Seite. Breite Straßen, klotzige Bürohäuser und nur wenig Hübsches ist zu sehen. Selbst unser Hotel ist ein nur mäßig einladendes Gebäude im praktischen 70er Jahre Baustil. Kein Zweifel, Kolbergs Charme erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Doch dann versteht es die Stadt mit ihren Reizen aufzutrumpfen.

Wir beginnen unsere Erkundungstour am

Hafen

Vorbei an einer Reihe kleiner Geschäfte und Restaurants führt uns die Neugier zielgerichtet zu den beiden Wikingerschiffen, die an der Kaikante vertäut sind.

Wikingerschiff im Hafen von Kolberg
Wikingerschiff Kolberg

Stilecht aufgetakelt schippern beide durch die enge Hafenausfahrt und Kolbergs Küste entlang. Das Blau des Meeres, der helle Sand und das dunkle Grün des Kurparks bilden eine perfekte Kulisse.

Von Kolberg selbst ist aus dieser Perspektive nichts zu sehen, selbst die Hotels verstecken sich hinter dem dichten Blätterwald der ausgedehnten und den gesamten Küstenstreifen umfassenden Parkanlage.

Mausemuseum Mauseloch

Zurück im Hafen entdecken wir eher zufällig das etwas versteckte „Mauseloch“. Hier wohnen wirklich hunderte kleiner Mäuse in der „Mäusestadt“. Das Mauseloch macht seinem Namen alle Ehre, klein, dunkel und im Keller gelegen fühlt man sich beim Eintreten selbst ein bisschen wie eine Maus.

Die putzigen kleinen Nager lassen sich von uns nicht stören und aus nächster Nähe beobachten. Zurück im Tageslicht schlendern wir weiter zum

Leuchtturm

Leuchtturm von Kolberg

Breit und trutzig thront er in der Hafeneinfahrt. Er ist nicht sehr hoch, doch von der Aussichtsplattform hat man einen sehr schönen Blick über den Hafen, die Mole und den Strand von Kolberg.

Am Fuß des Turmes sitzt fast immer ein buntes Völkchen ruhesuchender Feriengäste. Einige warten auf die Abfahrt der Wikingerschiffe, blinzeln entspannt in die Sonne oder erholen sich von ihrem Spaziergang über die

Kolberger Mole

Der ist besonders am frühen Morgen schön, wenn man sich Strand und Meer nur mit den neugierig kreischenden Möwen teilt. Am Molenkopf sitzen oft Angler. Der Blick auf den Strand und den Leuchtturm ist einfach umwerfend.

Mole mit Hafenausfahrt
Hafenausfahrt

Ebenfalls beeindruckend ist die Geräuschkulisse. Selbst an vergleichsweise windstillen Tagen donnern die Wellen des Meeres gegen die dicken Betonbrocken des Wellenbrechers, schäumen Gischt auf und sättigen die Luft mit salziger Feuchtigkeit.

Bei dem Lärm hört man kaum das Tuckern der Motoren der ein- und ausfahrenden Fischerboote. Wild romantisch wirkt die Szenerie trotzdem.

Wir schlendern die Promenade entlang und halten kurz am

Denkmal der Vermählung mit dem Meer

Ein eher grobes Monstrum, das die Verbindung Polens mit der Ostsee symbolisiert. Die gab es nicht immer, erstmals 1920 erhielt Polen durch den Versailler Vertrag Zugang zum Meer.

Denkmal der Vermaehlung mit dem Meer

Eingebettet in den Schatten der Bäume des Küstenwaldes wirkt es trotz seiner Größe ein bisschen versteckt. An seinem Fuß bieten Maler ihre Werke feil. Bilder von tosendem Wasser und Schiffen, aber auch Blumen und Portraits sind zu finden.

Ein buntes Treiben, dass sich vom Denkmal bis hinüber zur

Seebrücke

zieht. Die ist mit massiven Betonpfeilern trutzig ins oft wild gegenschlagende Meer gebaut. Am Molenkopf führen ein paar Stufen hinunter ins Restaurant.

An schönen Tagen sitzt man auf der Terrasse in der Sonne und schaut hinüber zur Promenade. Bei etwas mehr Wind schlägt die Gischt weit über das Geländer. Wir finden Schutz hinter den riesigen Glasfenstern des Restaurants und genießen das Toben der Wellen aus trockener Entfernung.

Seebruecke in Kolberg

Tagsüber ist für den Spaziergang über die Seebrücke Eintritt zu entrichten. Am Abend, wenn bunte Neonfarben die Pfeiler beleuchten, ist der Spaziergang kostenfrei.

Wir schlendern über den Brückenvorplatz, schauen einen Moment den Gauklern zu und gehen weiter in Richtung

Kurpark

Im Wachsfigurenmuseum gleich hinter dem Brückenvorplatz kann man die Abbilder von Schauspielern, Politikern und Comic-Helden besichtigen. Die Eis- und Waffelgeschäfte daneben locken mit leckeren Kreationen, es ist kaum möglich sich zwischen all den Angeboten zu entscheiden.

Laubengang im Kurpark

Der Kurpark selbst ist riesig. Waldartige Abschnitte wechseln sich ab mit gepflegten Anlagen, hübschen Springbrunnen und verwunschenen Laubengängen. Breite Gehwege laden zu entspannenden Spaziergängen ein. Die schnellen Radfahrer haben ihre eigenen, komfortabel breiten Radwege, so dass bummelnde Fußgänger und rasante Fahrradflitzer den Park friedlich gemeinsam nutzen können.

Altstadtblick in Kolberg

Der Kurpark schlängelt sich entlang der Küstenlinie zwischen Kolbergs Strandpromenade und der Stadt. Ein grünes Band, das Erholung und urbanes Leben voneinander trennt. Die

Kolberger Altstadt

ist klein und sehr gut zu Fuß zu erkunden. Wirklich alt ist hier nichts, aber einige der wichtigsten Gebäude wurden originalgetreu wieder aufgebaut. Der weithin sichtbare Dom zum Beispiel.

Rathaus zu Kolberg
Rathaus

Das vollständig zerstörte Gebäude wurde in den 50er Jahren neu errichtet, die Innenausstattung allerdings besteht aus den Originalen, die während des Krieges in umliegende Dörfer ausgelagert waren und glücklicherweise erhalten blieben.

Im alten Rathaus befindet sich heute die Touristeninformation. Der Brunnen auf dem Platz davor dient den zahlreichen Tauben als Vogeltränke und den nicht minder zahlreichen Touristen als Fotomotiv.

Der Bummel durch die Geschäftsstraßen mit den hübsch restaurierten Bürgerhäusern, den Cafe´s, Restaurants und kleinen Läden führt irgendwann zum unübersehbaren

Waffenmuseum

Im weitläufigen Garten parken Flugzeuge, Fahrzeuge und Waffen aller Art. Alles ist säuberlich beschriftet und erklärt. Im Inneren des Museums wird Kolbergs Militärgeschichte – zum Teil bis ins Mittelalter zurück – aufgezeigt. Hauptattraktion sind allerdings auch hier die militärtechnischen Geräte und Fahrzeuge.

Waffenmuseum

Wir verlassen die Altstadt vorbei am Pulverturm, der einst Teil der Stadtmauer war. Heute steht er von Kunstwerken umringt zwischen Wohnhäusern und einem kleinen Park. Am

Fischereihafen

sind die noch täglich ausfahrenden Fischerboote vertäut, es riecht nach Meer und Fisch und die rot-orangenen Reusenfähnchen leuchten in der Sonne.

Fischereihafen
Fischereihafen

Am späten Nachmittag ist es hier ruhig. Wir schlendern die Kaikante entlang und lassen uns immer wieder von wunderbaren Motiven zum fotografieren verführen.

Ein kleines Stück vom Wasser entfernt liegen im Patrouillenschiff-Museum, einer Außenstelle des Waffenmuseums, mehrere Schiffe auf dem Trockenen und können besichtigt werden.

Auf dem Rückweg zur Stadt besuchen wir noch die moderne Marina mit ihren schicken Jachten.

Läuft man die Wasserkante entlang erreicht mal Kolbergs altes Fort. Viel zu sehen ist leider nicht mehr. Auf dem hinter dem Fort beginnenden, gut ausgebauten Radweg radelt es sich sehr entspannt in Kolbergs westlichen Nachbarort

Dzwizyno

Die kleine Nachbarin erstreckt sich kilometerlang zwischen der Ostsee und dem Resko See. Sie überrascht mit einer grandiosen Dünenlandschaft, einer beeindruckenden Steilküste an feinsandigstem Strand und dem ruhig in der Sonne glitzernden Wasser des Binnensees.

Strand von Dzwirzyno

Gleich am Ortseingang können sich kleine Gäste im Kletterpark austoben, etwas weiter lockt ein inmitten der Düne angelegter Fitnessparcours. Entlang der Dorfstraße gibt es Geschäfte aller Art, dazwischen Eiscafés und Waffelbäckereien. Am Hafen bekommt man frisch gefangenen Fisch warm aus der Räuchertonne.

Den gibt es auch in Kolbergs Nachbarort im Osten, in

Ustronie Morski

Hengstenberg, wie der Ort einst auf deutsch hieß, ist von Kolberg aus ebenfalls gut mit dem Rad zu erreichen. Den Fisch gibt es hier nicht am Hafen, sondern direkt am Strand.

Strand von Ustronie Morski

Die Fischerboote werden ans Ufer gezogen und bilden die romantische Kulisse für den Genuss der frischen Fischgerichte.

So gestärkt stapfen wir durch den weichen Sand von einer Seebrücke zur nächsten. Ustronie Morski hat davon gleich 3 zu bieten. Auf der ersten spazieren wir geradeaus hinaus auf´s Meer, schauen zurück auf die bunten Fischerboote und die dampfenden Räuchertonnen.

Die zweite Seebrücke ist bebaut mit einem hübsch eingerichteten Restaurant und leider nur zu dessen Öffnungszeiten begehbar.

Am Ende des dritten Steges klettert man ein paar Stufen hinauf auf eine Aussichtsplattform, schaut hinunter in die Wellen oder zurück zu Strand und Steilküste.

Hafen von Ustronie Morski

Auf dem Rückweg durch den Ort widerstehen wir nur mühsam den Verlockungen der unzähligen Konditoreien, die mit ihren kunstvollen Kreationen in einem leckeren Wettbewerb zu stehen scheinen.

Zurück in Kolberg sind wir längst versöhnt mit der Industriestadt, die es schafft modernes, urbanes Leben, Ferienfeeling und entspannte Erholung am Meer fast mühelos zu verbinden.

Cover Am Meer
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Autor

Hallo, ich bin Katrin. Ich lebe am Meer und fühle mich mit den Füßen im Sand am Wohlsten. Rauschende Wellen, Wind, das wunderbare Licht und die über dem Wasser ziehenden Wolken begeistern mich immer aufs Neue. Ich liebe das Leben so wie es ist. Mein immer wiederkehrendes Fernweh kuriere ich erfolgreich durch Kofferpacken.