Reisen & Speisen Usbekistan

Usbekistan-Melone, Tee und Gastfreundschaft

Usbekistan ist ein Land mit ausgedehnten Wüstengebieten und vergleichsweise wenig landwirtschaftlicher Nutzfläche. Der Speiseplan ist dennoch vielseitig.

Schafe und Ziegen kommen mit dem geringen Bewuchs der Landschaft hervorragend zurecht, die Melonenpflanzen benötigen erstaunlich wenig Wasser und im fruchtbaren Ferragamatal wachsen Obst und Gemüse.

Gekocht wird einfach und sehr lecker.

usbekischer Brotverkaufswagen
Brotverkaufswagen

Basis jeder Mahlzeit ist Brot. Es kommt noch immer aus den traditionellen Lehmbacköfen. Die flachen Laibe bekommen einen Brotstempel aufgedrückt, werden an die Innenwand des Backofens geklebt und über dem offenen Feuer des Ofens ausgebacken.

Brot wird in Usbekistan zu jeder Mahlzeit gereicht und auch Tee gehört fast immer zum Essen. Grüne oder schwarze Teeblätter werden in eine Kanne gegeben und mit heißem Wasser angegossen. Fertig. Die Blätter bleiben in der Kanne und werden bei Bedarf ein weiteres Mal aufgebrüht. Das Teegeschirr ist hübsch mit blauen Mustern verziert. In manchen Restaurants musste das schöne Porzellan allerdings schon weißem Industriegeschirr weichen, was mit Blick auf die Urlaubsromantik sehr schade ist.

Teestation in einem usbekischen Restaurant
Teezubereitung

Zwischen all den Besichtigungen im Schatten der Teestuben eine Pause einzulegen, eine Tasse zu trinken, die Erlebnisse des Tages etwas ruhen zu lassen oder einfach den Passanten zuzusehen ist dennoch immer eine gute Idee.

Lehmofen am Strassenrand in Usbekistan
Lehmofen

Vor den Restaurants, an Raststätten oder in den Innenhöfen der Häuser rauchen Holzkohlegrills, auf denen Fleisch in Stücken oder an Spießen frisch vor sich hinbrutzelt. Usbeken essen sehr gern Fleisch. Wenn nicht vom Grill, dann aus einem der Lehmöfen. An den Landstraßen im Gebirge gibt es hin und wieder Raststätten, die Fleisch aus dem Ofen anbieten. Die Funktionsweise ist simpel.

Das Tier wird gewürzt, manchmal gefüllt, und in den Ofen eingemauert. Zur Mittagszeit wird der Verschluss zerschlagen. Das solcherart im eigenen Saft gegarte Fleisch ist herrlich zart, weich und sehr lecker.

Der Wunsch sich vegetarisch zu ernähren stößt bei Usbeken auf großes Unverständnis. Gleichwohl werden beflissen Tomatenspieße gegrillt oder Gemüse mit allerlei Dips serviert.

Lehm-Brotofen in Usbekistan
Brotofen

Für den kleinen Hunger zwischendurch bieten einige Restaurants gefüllte Teigtaschen an. Sie werden wie das Brot am Rand des heißen Lehmbackofens gegart und lose auf die Hand oder mit Dips und Teller zum Essen am Tisch verkauft.

Die Kreativität bei den Füllungen ist hoch, Fleisch, Gemüse oder beides, lecker gewürzt, die Teigtaschen schmecken überall anders.

Aufwändiger ist die Zubereitung des Nationalgerichtes Plov. Ein Eintopf, bestehend aus Reis, Gemüse, frischen Gewürzen und Fleisch.

Zubereitung von Plov
Plovzubereitung

Die Zutaten werden nacheinander in einem großen Topf, meist über offenem Feuer, gegart. Jeder Koch hütet sein eigenes kleines Geheimnis. Bestellt man Plov im Restaurant bekommt man das Gericht portionsweise gereicht.

Im privaten Kreis werden die Mahlzeiten als Gemeinschaftserlebnis für die ganze Familie zelebriert.

Rund um eine große Platte, auf der das Plov hübsch angerichtet ist stapeln sich Teller und Schüsseln mit allerlei Leckereien. Gemüse, Nüsse, Soßen… Was auch immer die Küche hergibt steht in Usbekistan auf dem Tisch. Es wird gegessen, erzählt und auch über Sprachbarrieren hinweg viel gelacht.

Abendessen mit Plov
Plov

Zum Nachtisch gibt es Obst. Kirschen, Wein, Pfirsiche… je nach Jahreszeit. Die typisch usbekischen Honigmelonen gibt es ganzjährig. Über 40 verschiedene Sorten wachsen in Usbekistan. Melone ist neben Brot das Grundnahrungsmittel der Usbeken. In jeder Küche steht zu jeder Zeit eine dieser süßen Früchte. Wer Hunger oder Durst verspürt schneidet sich ein Stück ab. Ist die Melone verzehrt, wird umgehend eine neue eingespannt.

Melonenmarkt in Usbekistan
Melonenkauf

Im ganzen Land türmen sich Melonenberge entlang der Straßen. Es wird probiert, geschwatzt und der Kofferraum vollgeladen. Niemals würde ein Usbeke nur eine Melone kaufen.

Es gibt übrigens auch Wassermelonen. Die uns bekannte, die das ganze Jahr über erhältlich ist und eine in Usbekistan beheimatete Sorte, die nur im Spätsommer reift.

Melonenmarkt in Usbekistan
Melonenmarkt

Bleibt zum Schluss noch ein Wort zu den dekorativ als Souvenir zusammengestellten Trockenfrüchten zu sagen. Helle Rosinen sind nicht wie irrtümlich angenommen aus weißen Trauben hergestellt, sondern chemisch behandelt (Schwefel). Je größer die Rosinen, um so teurer, aber auch um so besser die Qualität.

So hübsch die auf den Basaren angebotenen Trockenfruchtschalen auch aussehen, es wäre Schade auf die Freude des Durchprobierens an all den Frucht- und Nußständen zu verzichten. Überall ein loses Tütchen zu erwerben garantiert selbstgeprüfte Qualität und die Erinnerung an ein besonderes Urlaubserlebnis.

Marktstand in Taschkent
typischer Verkaufsstand

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Autor

Hallo, ich bin Katrin. Ich lebe am Meer und fühle mich mit den Füßen im Sand am Wohlsten. Rauschende Wellen, Wind, das wunderbare Licht und die über dem Wasser ziehenden Wolken begeistern mich immer aufs Neue. Ich liebe das Leben so wie es ist. Mein immer wiederkehrendes Fernweh kuriere ich erfolgreich durch Kofferpacken.