Usedom

Usedom jenseits der Kaiserbäder – ein Streifzug über die Insel

Heeresversuchsanstalt Peenemuende

Denkt man an Usedom taucht sofort die Sehnsucht nach Sonne, Strand und Meer auf. Die Kaiserbäder, endlose Strände, flaches Wasser, flanieren über die Seebrücken…

Das kleine Inselchen im Osten der Republik überrascht jedoch mit einer weit darüber hinausgehenden Vielfalt. Ausgedehnte Wälder, ruhige Häfen am Achterwasser, bergartige Erhebungen mit grandiosen Ausblicken, Geschichte zum Anfassen, aber auch Kunst und Kultur von erlesener Güte sind auf Usedom zu finden.

Hafen von Peenemuende
Hafen von Peenemuende

Wir beginnen unsere Reise hoch im Norden, in

Peenemünde

Einst Sperrgebiet und schwer bewacht wegen der „Heeresversuchsanstalt“ hat sich der Ort heute zu einem großen Museum mit vielen Besuchern gemausert.

Schon von weitem sind die Ruine des ehemaligen Kraftwerkes und die Überreste der Kohleförderanlage zu sehen. Der fast ein wenig vergammelt erscheinende Eingang zum Historisch Technischen Museum wirkt nur wenig einladend. Die Ausstellung an sich ist aber spannend und informativ.

Kraftwerk Peenemuende
Kraftwerk

Nicht nur die Experimente zur Raketentechnik, auch die Verhältnisse auf Usedom während des Krieges werden thematisiert und verständlich erklärt. Die riesige Kraftwerkshalle ist allein der Größe wegen beeindruckend. Während des Usedomer Festivalsommers finden hier sogar klassische Konzerte statt.

Gleich gegenüber lädt euch die Phänomenta zu Experimenten aller Art ein. Hier darf und soll alles angefasst und ausprobiert werden. Eine Kletterwand, Riesenseifenblasen, Lasershows, optische Täuschungen… jedes Experiment ist familientauglich und eine Überraschung. Nehmt euch Zeit und probiert euch durch 2 Etagen voller Spaß und AHA-Effekte.

Nach zwei so umfangreichen Museen gönnen wir uns ein Fischbrötchen am Hafen und den Blick auf das U-Boot-Museum.

Uboot Museum in Peenemuende
Uboot Peenemuende

Von außen mag es riesig wirken, wagt man die Besichtigung wird schnell klar wie ungemütlich es sein muss in solch einer Sardinendose im Meer versenkt zu sein.

Nur wenige Kilometer südlich von Peenemünde erreichen wir die kleine Ortschaft

Trassenheide

ein weiteres lohnendes Ausflugsziel auf Usedom. Entlang einer Stichstraße am Ortsrand kuscheln sich gleich mehrere Museen.

Haus auf dem Kopf in Trassenheide

Das „Haus auf dem Kopf“ leuchtet hellblau und ist schon von weitem zu sehen. So spektakulär wie es von außen aussieht fühlt es sich im Inneren an.

Im ersten Moment nach Betreten des Hauses muss man für einen Augenblick die Orientierung suchen. Ist der Gleichgewichtssinn dann wieder im Lot macht es einfach nur Spaß lustigste Fotos zu schießen.

Ein paar Meter weiter sind in einer riesigen Halle Sandskulpturen ausgestellt. Der Zugang führt durch die angrenzende Minigolfanlage. Der liebevoll und natürlich maritim gestaltete Parcours macht großen und kleinen „Piraten“ gleichermaßen Spaß.

Sollte der ein- oder andere Minipirat doch etwas mehr Action bevorzugen zieht man einfach weiter in das benachbarte Kinderland.

Am Ende der Straße wird es dann im Schmetterlingshaus wieder ruhiger. Ein buntes Gewimmel großer und kleiner, knallbunter oder dezent gefärbter Schmetterlinge flattert durch das feuchtwarme Tropenhaus. Überall stehen Futterstellen an denen die Falter gut zu betrachten sind.

Schmetterlinge an der Futterstelle

Wir fahren weiter in Richtung Süden. Unser nächster Halt führt uns zu Usedoms Hauptattraktion, dem Strand. Hier in

Ückeritz

ist er so breit und feinsandig wie in den Kaiserbädern. Und auch hier wird es in den Sommermonaten auf dem Abschnitt zwischen den beiden Strandtreppen bunt und eng.

Strandtreppe in Ueckeritz
Strandtreppe

Wer allerdings nur ein paar Schritte weiter geht findet selbst an den schönsten Sommertagen sein ausreichend großes Strandrefugium.

Auf einer großen Wiese mitten im Ort und von der Hauptstraße aus gut zu erkennen findet ihr das Museum der Illusionen.

In zwei schmucklosen Hallen gibt es allerlei Experimente die auf einfache Weise verdeutlichen wie leicht wir uns in die Irre führen lassen. Nach so viel Verwirrung und der Erkenntnis wie wenig wir uns selbst trauen können brauchen wir eine kurze Pause, bevor wir weiterreisen nach

Pudagla

Unterwegs halten wir kurz an der Bockwindmühle an. Die gibt es schon seit dem 18. Jahrhundert. Von oben kann man weit über die hügeligen Felder schauen, besonders im Frühsommer zur Zeit der Rapsblüte ein zauberhafter Anblick.

Bockwindmuehle Pudagla
Bockwindmühle in Pudagla

Hauptattraktion in Pudagla ist „Gullivers Welt“. Ein riesiger, wie in der Geschichte von Gullivers Reisen angebundener Körper, den man auf einem Spazierweg vorbei an übergroßen Pilzen umrunden kann. Durch eine kleine Tür betritt man das Innere des Körpers, besichtigt die Organe deren jeweilige Funktion in wenigen Worten erklärt ist.

Überall auf Usedom findet man Werbeplakate für das Papageienhaus in Pudagla. Tatsächlich handelt es sich um eine einzige Voliere neben der Figur Gullivers. Immerhin ist diese begehbar, man kann die Vögel aus der Nähe betrachten, muss aber aufpassen auf den Hinterlassenschaften der Tiere nicht auszurutschen.

Nach so vielen Besichtigungen brauchen wir die nächste Pause. Wir fahren zum

Wasserschloss in Mellentin

Das mittelalterliche Schloss war einst Wohnsitz der Mellentiner Gutsherren. Heute beherbergt es ein Hotel und mehrere Restaurants.

Schlossgraben zu Mellentin
Schlossgraben

Auf dem Wassergraben kann man Floß fahren, im Schlossgarten gibt es im Sommer allerlei mittelalterliche Aktivitäten wie zum Beispiel Bogenschießen und im Keller werden mittelalterliche Rittertafeln abgehalten.

Wir genießen unsere Pause in der Sonne, ziehen aber bald weiter zum nahegelegenen botanischen Garten.

Der liegt nur einen Katzensprung entfernt, allerdings ist der Eingang nur schwer zu erkennen. Hat man den zum Garten führenden Laubengang gefunden breitet sich ein gut gepflegtes und ruhiges Refugium aus.

Überall stehen Bänke und laden ein immer wieder die Perspektive auf die grünen Räume zu wechseln.

Genauso ruhig, aber für kleine Gäste deutlich spannender ist der nahegelegene

Dino-Park Mölschow

Die privat geführte Anlage ist liebevoll gestaltet. Zur Einstimmung gibt es gleich hinter dem Eingang eine Buddelkiste zum „Ausgraben“ und viele Spielgeräte.

Am Rand des verschlungenen Pfades durch das bewusst verwilderte Gelände lauern Dinosaurierfiguren aller bekannten Arten. Vor den meisten Figuren gibt es Tafeln mit Informationen zu Lebensraum, Nahrung oder Bewegung der jeweiligen Saurierart.

Dinopark Moelschow

Natürlich sind Flugsaurier auf alten Fahrzeugen oder die verlassene Forschungsstation historisch nicht ganz so korrekt, vermitteln aber einen Hauch von Jurassic-Park Feeling. Anders als im Film kann man hier in Ruhe und ungefährdet Fotos mit den gefährlichsten Dinos knipsen.

Unsere Reise über die Insel endet hier im Süden. Bevor wir Usedom verlassen halten wir noch für ein paar Fotos an der

Kariner Brücke

Die Eisenbahn-Hubbrücke war einst ein Meisterwerk der Ingenieurskunst und verkürzte die Reisezeit von Berlin nach Usedom um mehrere Stunden.

Eisenbahn-Hubbruecke in Karnin
Hubbrücke Karnin

Damals war Berlin durch eine Bahnlinie direkt mit Heringsdorf verbunden. Um den Schiffsverkehr nicht zu behindern baute man mitten im Strom den noch heute vorhandenen Hubteil der Brücke. Wie mit einem Fahrstuhl wurde die Gleisanlage nach oben gefahren.

Die Schiffe passierten unter den schwebenden Gleisen hindurch, die für den nächsten Zug wieder heruntergelassen wurden.

Im April 1945 wurde die Brücke gesprengt.

Im hübsch hergerichteten Hafen von Karnin liegen heute private Boote.

Mit einem Fischbrötchen in der Hand sitzen wir in der Sonne, schauen dem An- und Ablegen der Fahrgastschiffe zu, beobachten Wasservögel und die Schleichfahrt der Jachten auf dem Strom. Für uns ein entspannter Abschied von der schönen und facettenreichen Insel Usedom.

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zum Weiterlesen:

Bansin – Villen, Wald und Strandvergnügen

Heringsdorf – Wiege der Kaiserbäder

Zinnowitz – Sonne, Strand und Meer

Autor

Hallo, ich bin Katrin. Ich lebe am Meer und fühle mich mit den Füßen im Sand am Wohlsten. Rauschende Wellen, Wind, das wunderbare Licht und die über dem Wasser ziehenden Wolken begeistern mich immer aufs Neue. Ich liebe das Leben so wie es ist. Mein immer wiederkehrendes Fernweh kuriere ich erfolgreich durch Kofferpacken.